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Recht & Pflichten

Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude: Meistens hängt der Ausweis schon, nur am falschen Platz

Die Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude trifft Gebäude mit starkem Publikumsverkehr: bis Ende 2026 Behördenflächen ab mehr als 250 Quadratmetern solcher Fläche, alle anderen ab mehr als 500 Quadratmetern, ab 2027 ohne Flächenschwelle. Bei behördlicher Nutzung muss ein Ausweis her. Läden, Praxen und Studios hängen ihn auf, sobald einer vorliegt. Ein Nichtwohngebäude ist jedes Gebäude, das nicht überwiegend dem Wohnen dient.

Rechtsgrundlage ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz), § 80 Absatz 6 und 7. Ab 1. Januar 2027 fallen die Flächenschwellen von 250 und 500 Quadratmetern weg, dann zählt nur noch der starke Publikumsverkehr. Außerdem entfällt die Denkmal-Ausnahme.

Ich bin Stephan Grosser, Gründer & Geschäftsführer und Immobilienexperte seit über 18 Jahren. Meine These: Der Ausweis fehlt seltener, als man denkt. Er hängt im Flur hinter der Personaltür.

Von Stephan Grosser Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026
Artikelbild Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude: gewerbepass® DEUTSCHLAND, Tel. 0152 060 777 67

Für welche Gebäude gilt die Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude?

Für Gebäude mit starkem Publikumsverkehr. Bis 31. Dezember 2026 mit zwei getrennten Schwellen: behördlich genutzte Flächen ab über 250 Quadratmetern, § 80 Absatz 6 GModG, alle anderen ab über 500 Quadratmetern, § 80 Absatz 7 GModG. Ab 1. Januar 2027 entfallen beide Schwellen.

Zuerst kommt die Nutzung, dann die Fläche.

Und gezählt wird nur die Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr, nicht die Gesamtfläche. Ein Verwaltungsgebäude mit 3.000 Quadratmetern und 200 Quadratmetern Bürgerservice liegt unter der 250er-Schwelle, wenn sonst keine Besucherflächen dazukommen. Ein Baumarkt mit 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche liegt weit über 500, egal wie man rechnet. Ab 2027 hilft diese Rechnung nicht mehr: Gehört das Verwaltungsgebäude der öffentlichen Hand, braucht es ohnehin einen Bedarfsausweis, und wegen des Bürgerservice gehört er an die Wand.

Was „starker Publikumsverkehr“ ist, sagt das Gesetz nicht in Zahlen. Meine Faustregel: Kommen Besucher regelmäßig, ohne Termin, in großer Zahl? Dann ja. Ab 2027 ist das die einzige Hürde, die Fläche spielt dann keine Rolle mehr.

Gebäude aus der Praxis Nutzungsart Gilt bis 31.12.2026 Gilt ab 01.01.2027
Rathaus, Bürgerbüro behördlich, starker Publikumsverkehr Ausweis und Aushang Pflicht ab über 250 m² Publikumsfläche, auch ohne Verkauf oder Vermietung Gehört das Gebäude der öffentlichen Hand: Bedarfsausweis Pflicht ohne Flächengrenze, Aushang bei starkem Publikumsverkehr, Klasse A bis G
Jobcenter in angemieteter Fläche behördlich, starker Publikumsverkehr Eigentümer sorgt für Ausweis und Aushang ab über 250 m² Publikumsfläche Behörde als Nutzerin hängt aus, Eigentümer übergibt Ausweis oder Kopie; keine Flächenschwelle mehr
Rathaus als Baudenkmal behördlich, Baudenkmal ausgenommen nach § 79 Absatz 4 Satz 2 GModG Ausnahme entfällt: Bedarfsausweis Pflicht, Aushang bei starkem Publikumsverkehr, ohne Flächenschwelle
Stadtbibliothek öffentlich, behördliche Nutzung im Einzelfall prüfen behördlich genutzt ab über 250 m²; sonst ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt behördlich genutzt im Eigentum der öffentlichen Hand: Ausweis Pflicht; sonst Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt; keine Flächenschwellen mehr
Private Arztpraxis im Ärztehaus privatwirtschaftlich, Publikumsverkehr ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt; meist erst bei großen Ärztehäusern erreicht Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt, ohne Flächenschwelle; neue Ausweise nur als Bedarfsausweis
Ladengeschäft, Fußgängerzone privatwirtschaftlich, Publikumsverkehr ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt, ohne Flächenschwelle; neue Ausweise nur als Bedarfsausweis
Baumarkt, Möbelhaus privatwirtschaftlich, Publikumsverkehr ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt; fast immer erreicht Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt, ohne Flächenschwelle; neue Ausweise nur als Bedarfsausweis
Restaurant privatwirtschaftlich, Publikumsverkehr ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt; übliche Gastroflächen liegen meist darunter Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt, ohne Flächenschwelle; neue Ausweise nur als Bedarfsausweis
Fitnessstudio privatwirtschaftlich, Publikumsverkehr ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt; bei großen Studios häufig erreicht Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt, ohne Flächenschwelle; neue Ausweise nur als Bedarfsausweis
Bankfiliale privatwirtschaftlich, Publikumsverkehr ab über 500 m², wenn ein Ausweis vorliegt; Standardfilialen liegen meist darunter Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt, ohne Flächenschwelle; neue Ausweise nur als Bedarfsausweis
Reines Bürogebäude ohne Publikumsverkehr kein starker Publikumsverkehr nicht aushangpflichtig nicht aushangpflichtig
Lagerhalle kein starker Publikumsverkehr nicht aushangpflichtig nicht aushangpflichtig

Schwellen bis 2026 nach § 80 Absatz 6 und 7 GModG, gezählt wird die Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr. Spalte ab 2027 nach Artikel 2 der GModG-Novelle vom 23. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 226; die neue Fassung nennt keine Flächenschwellen mehr. Was als Nichtwohngebäude zählt, erklärt der Ratgeber Was ist ein Nichtwohngebäude?

Trifft die Aushangpflicht öffentliche Gebäude oder auch private Betriebe?

Beides, aber mit unterschiedlicher Folge. Bis Ende 2026 muss der Eigentümer bei behördlicher Nutzung über 250 Quadratmeter Publikumsfläche einen Ausweis ausstellen lassen und aushängen, private Betriebe über 500 Quadratmeter hängen aus, sobald ein Ausweis vorliegt. Ab 2027 braucht jedes Gebäude der öffentlichen Hand mit Behördennutzung einen Bedarfsausweis, alle anderen hängen bei starkem Publikumsverkehr aus, sobald einer vorliegt.

Oft übersehen: Adressat ist der Eigentümer, nicht die Behörde. Vermieten Sie an ein Jobcenter oder Bürgeramt mit mehr als 250 Quadratmetern Publikumsfläche? Dann betrifft Absatz 6 Sie bis Ende 2026. Ohne Verkauf, ohne Mieterwechsel. Ab 2027 hängt die Behörde als Nutzerin selbst aus, Sie übergeben ihr den Ausweis oder eine Kopie, § 80 Absatz 6 Satz 3 und 4 GModG neu. Und bei jeder Vertragsverlängerung brauchen Sie den Ausweis ohnehin.

Öffentlich ist nicht dasselbe wie behördlich. Bei Stadtbibliothek, Museum oder Schwimmbad prüfe ich, ob wirklich eine Behörde die Fläche nutzt. Wenn nicht, gilt bis Ende 2026 die 500er-Schwelle und ab 2027 Absatz 7 ohne Flächengrenze.

Arztpraxis, Laden, Restaurant, Fitnessstudio, Bankfiliale: Die meisten einzelnen Standorte bleiben unter 500 Quadratmetern Publikumsfläche und sind bis Ende 2026 nicht aushangpflichtig. Ab 2027 zählt die Fläche nicht mehr: Liegt ein Ausweis vor und kommen viele Besucher, gehört er auch beim kleinen Laden an die Wand.

Wer als Betrieb noch keinen Ausweis hat, klärt das meist über einen anderen Anlass: Verkauf, Vermietung, Verpachtung, Leasing. Mehr dazu im Ratgeber Energieausweis-Pflicht für Gewerbegebäude und für Vermieter im Ratgeber Energieausweis bei Vermietung.

Wo genau muss der Energieausweis aushängen?

An einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle, meist im Eingang oder dort, wo Besucher warten. Aushängen dürfen Sie eine Kopie des Ausweises oder den Aushang nach dem amtlichen Muster. Eine selbst erstellte Zusammenfassung reicht nicht.

Das Aushangmuster ist nach § 85 Absatz 8 GModG in der bis Ende 2026 geltenden Fassung im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Eine Seite, gemacht für die Wand. Ab 2027 genügt ein Auszug nach dem neuen Muster nach § 85 Absatz 3 GModG, die Modernisierungsempfehlungen dürfen fehlen, § 80 Absatz 8 GModG. Das Original bleibt in Ihren Unterlagen.

Der Test: Stellen Sie sich in Ihre Eingangstür. Sehen Sie den Ausweis, bevor Sie am Tresen stehen?

Wenn Sie suchen müssen, sucht auch kein Besucher.

Muss ich für den Aushang einen Energieausweis neu ausstellen lassen?

Bis Ende 2026 bei behördlicher Nutzung über 250 Quadratmeter Publikumsfläche ja: § 80 Absatz 6 GModG verpflichtet den Eigentümer, für einen Ausweis zu sorgen. Bei privater Nutzung über 500 Quadratmeter nein: Dort knüpft der Aushang an einen vorhandenen Ausweis an. Ab 2027 gilt: Gebäude der öffentlichen Hand mit Behördennutzung brauchen einen Bedarfsausweis, egal wie groß. Bei allen anderen knüpft der Aushang weiter an einen vorhandenen Ausweis an.

§ 80 Absatz 6 GModG bis 31.12.2026, sinngemäß: Nutzt eine Behörde mehr als 250 Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr, sorgt der Eigentümer dafür, dass ein Energieausweis ausgestellt wird, und hängt ihn gut sichtbar aus.

§ 80 Absatz 7 GModG bis 31.12.2026, sinngemäß: Bei anderen Gebäuden mit mehr als 500 Quadratmetern Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr ist ein vorliegender Energieausweis gut sichtbar auszuhängen.

§ 80 Absatz 6 GModG ab 01.01.2027, sinngemäß: Für ein bestehendes Nichtwohngebäude im Eigentum der öffentlichen Hand, das eine Behörde nutzt, ist ein Bedarfsausweis auszustellen, sofern kein gültiger vorliegt. Bei starkem Publikumsverkehr ist er gut sichtbar auszuhängen.

§ 80 Absatz 7 GModG ab 01.01.2027, sinngemäß: Der Eigentümer eines nicht behördlich genutzten Nichtwohngebäudes mit starkem Publikumsverkehr hängt einen Energieausweis gut sichtbar aus, sobald und solange einer vorliegt.

Der Unterschied steckt in drei Wörtern: „wenn einer vorliegt“.

Welcher Ausweis? Ich stelle ausschließlich Bedarfsausweise nach DIN V 18599 aus, weil sie das Gebäude bewerten, nicht das Verhalten der Nutzer. Ab 1. Januar 2027 ist für Nichtwohngebäude ohne gültigen Ausweis ohnehin nur noch der Bedarfsausweis vorgesehen. Den Unterschied erklärt die Seite Verbrauch oder Bedarf.

Behördenfläche im Haus oder starker Publikumsverkehr, aber kein gültiger Ausweis?

Schicken Sie mir Grundrisse, Baujahr und ein Foto der Heizung, oder geben Sie mir die Angaben am Telefon durch. Ich prüfe kostenlos, ob Sie aushängen müssen. Der Bedarfsausweis kostet 899 EUR Festpreis und liegt 24 Stunden nach vollständigen Angaben in Ihrer Inbox.

Kostenlose Vorprüfung starten

Lieber sprechen? Telefon und WhatsApp: 0152 060 777 67.

Was gilt bei einem abgelaufenen Ausweis am Aushang?

Ein abgelaufener Ausweis erfüllt die Aushangpflicht nicht. Er gilt zehn Jahre ab Ausstellung, § 79 Absatz 3 GModG, und früher nicht mehr, wenn nach § 80 Absatz 2 GModG ein neuer Ausweis nötig wird.

Was dann zu tun ist, hängt wieder an der Nutzung.

Behördliche Flächen über 250 Quadratmeter: Der Eigentümer sorgt nach § 80 Absatz 6 GModG für einen neuen Ausweis. Ab 2027 ist das ein Bedarfsausweis, bei Gebäuden der öffentlichen Hand unabhängig von der Fläche.

Private Betriebe mit starkem Publikumsverkehr (bis Ende 2026 über 500 Quadratmeter): Ohne gültigen Ausweis ruht die Pflicht nach Absatz 7 bis zum nächsten Anlass. Nehmen Sie das alte Blatt trotzdem ab. Ein veralteter Kennwert an der Tür informiert falsch.

Ein abgelaufener Ausweis in der Schublade ist für sich keine Ordnungswidrigkeit. Mehr im Ratgeber Gültigkeit des Energieausweises.

Welches Bußgeld droht wirklich bei einem Aushang-Verstoß?

Weniger, als viele Ratgeber behaupten: Der Bußgeldkatalog in § 108 Absatz 1 GModG nennt für § 80 Absatz 6 und 7 keinen eigenen Tatbestand. Ausdrücklich sanktioniert sind Verstöße gegen Vorlage- und Übergabepflichten sowie ein fehlender oder falscher Ausweis bei Verkauf und Vermietung.

Konkret: nicht sichergestellte Übergabe nach § 80 Absatz 1 Satz 2 (Nr. 17), unterlassene oder verspätete Vorlage nach § 80 Absatz 4 (Nr. 18), unterlassene oder verspätete Übergabe nach § 80 Absatz 4 Satz 5 (Nr. 19). Für diese Vorlage- und Übergabeverstöße reicht der Rahmen nach § 108 Absatz 2 GModG bis 10.000 EUR.

Teurer wird es, wenn bei Verkauf oder Vermietung gar kein Ausweis existiert oder der vorhandene falsch ist. Dann reicht der Rahmen nach § 108 Absatz 2 GModG bis 10.000 EUR.

Also egal?

Nein. Ein leerer Rahmen an der Wand sagt jedem Interessenten, dass der Ausweis fehlt. Und bei Verkauf oder Vermietung greifen genau die Vorlagepflichten, die bußgeldbewehrt sind.

Ehrliche Abgrenzung

Den Vollzug regeln die Länder, unterschiedlich streng, und Kontrollen sind selten. Das senkt das Risiko einer Ahndung, nicht die Pflicht. Bei behördlicher Nutzung verlangt § 80 Absatz 6 GModG den Ausweis selbst (bis Ende 2026 ab über 250 Quadratmetern, ab 2027 bei Gebäuden der öffentlichen Hand ohne Flächengrenze), bei privater Nutzung nur den Aushang eines vorhandenen.

Was ändert sich 2027 an der Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude?

Die Flächenschwellen von 250 und 500 Quadratmetern fallen weg: Der neue § 80 Absatz 6 und 7 nennt keine Quadratmeterzahl mehr, maßgeblich ist der starke Publikumsverkehr. Insgesamt ändern sich sieben Dinge, verkündet mit der GModG-Novelle vom 23. Juli 2026 am 28. Juli 2026 im BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft ab 1. Januar 2027.

  1. Keine Flächenschwellen mehr. Starker Publikumsverkehr allein löst den Aushang aus. Auch das Café oder die Praxis mit 120 Quadratmetern hängt einen vorhandenen Ausweis aus, § 80 Absatz 7 GModG neu.
  2. Behördengebäude der öffentlichen Hand brauchen einen Ausweis, immer. Ohne Anlass, ohne Flächengrenze, als Bedarfsausweis, sofern kein gültiger vorliegt, § 80 Absatz 6 Satz 1 GModG neu. Nutzt eine Behörde ein privates Gebäude, hängt sie selbst aus, der Eigentümer übergibt ihr den Ausweis oder eine Kopie. Dasselbe gilt für Mieter mit Publikumsverkehr nach Absatz 7.
  3. Die Denkmal-Ausnahme entfällt. Bis Ende 2026 nimmt § 79 Absatz 4 Satz 2 GModG Baudenkmäler von § 80 Absatz 3 bis 7 aus. Artikel 2 Nummer 31 Buchstabe c der Novelle streicht das. Das denkmalgeschützte Rathaus mit Bürgerbüro muss dann aushängen.
  4. Neue Ausweise nur als Bedarfsausweis. Für Nichtwohngebäude ohne gültigen Ausweis ist kein Verbrauchsausweis mehr vorgesehen.
  5. Klasse A bis G an der Wand. Sie zeigt das Verhältnis zu einem Referenzgebäude, Anlage 10a GModG. Klasse A bekommen nur Nullemissionsgebäude.
  6. Digitaler Ausweis. Maschinenlesbar, Papier nur auf Verlangen. Für den Aushang drucken Sie ihn aus, ein Auszug ohne Modernisierungsempfehlungen genügt, § 80 Absatz 8 GModG neu. Die neuen Muster nach § 85 Absatz 3 GModG stehen noch aus.
  7. Vertragsverlängerung als Anlass. Bei befristeten Gewerbemiet-, Pacht- und Leasingverträgen wird der Ausweis öfter gebraucht, und wo er vorliegt, gehört er bei starkem Publikumsverkehr an die Wand.

Ein Ausweis aus 2026 trägt keine Klasse und bleibt trotzdem zehn Jahre gültig. Eine Klasse F oder G löst keine Sanierungspflicht aus: Die Anforderungen nach § 40 GModG gelten ab 2030 und 2033, haben Ausnahmen und knüpfen am Referenzwert an, nicht am Ausweis.

Vertiefung: Energieausweis für denkmalgeschützte Gebäude, Denkmal-Ausnahme entfällt 2027, Energieeffizienzklassen A bis G, Sanierungspflicht für Nichtwohngebäude, Energieausweis-Pflicht: was ab 2027 gilt und der GModG-Überblick.

Welche Fehler sehe ich beim Aushang immer wieder?

Vier Fehler tauchen in meiner Praxis immer wieder auf. Alle lassen sich an einem Nachmittag beheben.

  • Aushang im Mitarbeiterbereich. Er hängt in der Teeküche. Kein Besucher sieht ihn.
  • Abgelaufener Ausweis hängt weiter. Die zehn Jahre sind um, das Blatt vergilbt im Rahmen.
  • Eigenes Plakat statt Ausweis. Ein paar Kennwerte im Firmenlayout ersetzen weder Kopie noch amtliches Muster.
  • Gesamtfläche statt Publikumsfläche. Die einen halten sich für pflichtig, weil das Gebäude groß ist. Die anderen vergessen die Wartezone.

Welche Praxis-Tipps sparen Ihnen beim Aushang Ärger?

Drei Gewohnheiten aus meinem Alltag mit Gewerbeobjekten. Sie kosten Minuten und ersparen Rückfragen.

  1. Foto vom Aushang ablegen. Keine gesetzliche Pflicht, aber ein einfacher Beleg, falls jemand fragt.
  2. Ablaufdatum in den Kalender. Ausstellung plus zehn Jahre, Erinnerung drei Monate vorher. Dann bestellen Sie in Ruhe.
  3. Im Mietvertrag regeln, wer aushängt. Die Pflicht trifft den Eigentümer, die Wand gehört dem Mieter. Ein Satz im Vertrag verhindert, dass beide warten.

Häufige Fragen zur Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude

Was ist die Aushangpflicht Energieausweis Nichtwohngebäude genau?

Die Aushangpflicht verlangt, dass der Energieausweis an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle hängt. Geregelt ist sie in § 80 Absatz 6 und 7 GModG. Bis 31. Dezember 2026 brauchen behördlich genutzte Gebäude mit mehr als 250 m² Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr zwingend einen Ausweis, sonstige Gebäude über 500 m² solcher Fläche hängen aus, sobald ein Ausweis vorliegt. Ab 1. Januar 2027 fallen beide Flächenschwellen weg, dann zählt nur noch der starke Publikumsverkehr.

Schicken Sie mir Ihre Unterlagen, ich prüfe kostenlos: grosser@gewerbepass.de

Ab welcher Nutzfläche gilt die Aushangpflicht?

Bis 31. Dezember 2026 gibt es zwei Schwellen nach § 80 GModG. Bei behördlicher Nutzung zählen mehr als 250 Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr, Absatz 6. Bei allen anderen Nutzungen sind es mehr als 500 Quadratmeter, Absatz 7. Maßgeblich ist die Fläche mit Publikumsverkehr, nicht die Gesamtfläche. Ab 1. Januar 2027 nennt der neue § 80 Absatz 6 und 7 keine Quadratmeterzahl mehr: Dann löst starker Publikumsverkehr den Aushang aus, unabhängig von der Fläche.

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Muss ich für den Aushang einen Energieausweis neu ausstellen lassen?

Das hängt von der Nutzung ab. Nutzt eine Behörde mehr als 250 m² mit starkem Publikumsverkehr, muss der Eigentümer nach § 80 Absatz 6 GModG dafür sorgen, dass ein Ausweis ausgestellt wird, und ihn aushängen. Bei Läden, Praxen oder Studios über 500 m² entsteht aus dem Aushang keine Ausstellungspflicht; dort greift er erst, wenn ein Ausweis vorliegt. Ab 2027 braucht jedes Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand, das eine Behörde nutzt, einen Bedarfsausweis, ohne Flächengrenze und ohne Anlass. Für alle anderen bleibt es dabei: Aushang, sobald ein Ausweis vorliegt.

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Genügt eine Kopie oder ein Auszug, oder muss der Ausweis im Original hängen?

Eine Kopie genügt, das Original bleibt in Ihren Unterlagen. Statt des vollständigen Ausweises dürfen Sie auch den Aushang nach dem amtlichen Muster verwenden, das nach § 85 Absatz 8 GModG im Bundesanzeiger bekannt gemacht ist. Eine selbst erstellte Zusammenfassung reicht nicht. Ab 2027 genügt ein Auszug nach dem neuen Muster nach § 85 Absatz 3 GModG, die Modernisierungsempfehlungen dürfen fehlen (§ 80 Absatz 8 GModG). Der Aushang muss gültig, gut lesbar und für Besucher tatsächlich sichtbar sein.

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Wie hoch ist das Bußgeld bei einem Aushang-Verstoß wirklich?

Für § 80 Absatz 6 und 7 nennt der Bußgeldkatalog in § 108 Absatz 1 GModG keinen eigenen Tatbestand. Nichtvorlage und Nichtübergabe bei Verkauf und Vermietung sowie ein fehlender oder falscher Ausweis kosten nach § 108 Absatz 2 GModG bis 10.000 EUR. Ein fehlender Aushang ist für sich kein Bußgeldfall, die Pflicht gilt trotzdem, und er ist ein sichtbares Zeichen, dass der Ausweis fehlt.

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Was sollten Sie jetzt tun?

Stellen Sie sich in Ihre Eingangstür und schauen Sie. Hängt dort ein gültiger Ausweis, sind Sie fertig. Hängt keiner oder ein alter, lassen Sie mich kostenlos prüfen, was Ihr Gebäude braucht.

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Stephan Grosser, Gründer & Immobilienexperte von gewerbepass®

Geschrieben von

Stephan Grosser

Gründer & Immobilienexperte, gewerbepass® DEUTSCHLAND

Seit 2018 stelle ich Energieausweise aus, inzwischen bundesweit und mit Schwerpunkt auf Nichtwohngebäuden und Mischgebäuden. Was ich hier schreibe, stammt aus laufenden Aufträgen, nicht aus einer Pressemitteilung.

  • Tätig seit 2018
  • Ausweise von DIBt-registrierten Ausstellern, mit gültiger Registriernummer
  • Schwerpunkt Nichtwohngebäude und Mischgebäude

Regional auch tätig als energiepass® BREMEN, energieausweis® HAMBURG, energiepass® HANNOVER, energiepass® KÖLN, energiepass® BERLIN und enerprio®. Mehr über mich

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Stephan Grosser, Gründer und Inhaber von gewerbepass Deutschland
Stephan Grosser
Gründer & Inhaber · gewerbepass® DEUTSCHLAND
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